Du schaust auf deinen Kontoauszug und siehst eine Abbuchung mit dem Vermerk „Of London“ – und hast keine Ahnung, wofür diese steht. Das ist kein Einzelfall. Viele Verbraucher und Unternehmer stoßen auf genau diesen Eintrag und fragen sich, was dahintersteckt. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen hat diese Buchung eine völlig harmlose Erklärung. Trotzdem solltest du wissen, wie du sie einordnen und im Zweifelsfall handeln kannst.
- „Of London“ ist kein Unternehmensname, sondern ein Herkunftszusatz – typischerweise Teil eines Firmennamens wie „[Marke] of London“.
- Hinter solchen Buchungen stecken oft britische Modemarken, Kosmetikprodukte, Abo-Dienste oder Online-Shops.
- Wenn du die Abbuchung nicht direkt erkennst: Prüfe zuerst deine E-Mails und Bestellhistorien.
- Unberechtigte Abbuchungen kannst du über deine Bank anfechten – in der Regel innerhalb von 8 Wochen.
- Handelt es sich um eine betrügerische Buchung, erstattest du sofort Anzeige und informierst deine Bank.
Was ist „Of London“ überhaupt?
„Of London“ ist kein eigenständiger Firmenname. Der Zusatz bedeutet schlicht „aus London“ und wird von britischen Unternehmen gerne als Markenbestandteil geführt. Auf dem Kontoauszug erscheint dann statt des vollständigen Namens oft nur ein gekürzter Buchungstext – und der kann schnell verwirrend wirken.
Solche Abkürzungen passieren, weil Zahlungsdienstleister den verfügbaren Platz im Buchungstext beschränken. Was beim Anbieter „Penhaligon’s of London Ltd.“ heißt, kommt bei dir vielleicht als „Penhaligons Of London“ oder einfach nur „Of London“ an. Das ist technisch bedingt, nicht absichtlich undurchsichtig.
Grundsätzlich gilt: Wenn der Betrag plausibel wirkt und du in den letzten Wochen etwas aus Großbritannien bestellt hast, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Buchung legitim ist.
Welche Unternehmen buchen unter diesem Namen?
Eine ganze Reihe britischer Marken trägt „of London“ im Namen. Einige der häufigsten, die auf deutschen Kontoauszügen auftauchen:
- Modemarken – Zum Beispiel Brands wie „Jack of London“, „Thomas Pink of London“ oder kleinere Boutiquen, die international versenden.
- Kosmetik und Parfüm – Britische Parfümhäuser wie Penhaligon’s oder ähnliche Premium-Marken nutzen den London-Zusatz als Qualitätsmerkmal.
- Abo-Dienste – Manche britischen Subscription-Boxen (Beauty, Food, Lifestyle) laufen unter „X of London“-Bezeichnungen.
- Online-Shops und Marktplätze – Einzelhändler mit Sitz in Großbritannien, die über Plattformen wie Etsy oder eigene Shops verkaufen.
- Software und digitale Dienste – Gelegentlich buchen auch britische SaaS-Anbieter unter solchen Bezeichnungen.
Wenn du in letzter Zeit einen britischen Online-Shop besucht oder eine App aus dem UK abonniert hast, beginne dort mit deiner Suche.

Was tun bei unbekannter Of-London-Abbuchung?
Entdeckst du eine Buchung, die du nicht sofort zuordnen kannst, geh systematisch vor. Das dauert meist nicht länger als zehn Minuten.
Schritt 1: Buchungsdetails prüfen
Schau dir den vollständigen Verwendungszweck genau an. Oft stecken dort mehr Infos, als auf den ersten Blick sichtbar sind – eine Referenznummer, eine Website oder zumindest ein Teilname des Anbieters. Notiere den genauen Betrag und das Buchungsdatum.
Schritt 2: E-Mails durchsuchen
Suche in deinem Posteingang nach dem Buchungsbetrag oder nach typischen Begriffen wie „order“, „receipt“, „confirmation“ oder „London“. Britische Anbieter verschicken Bestellbestätigungen häufig auf Englisch. Schau auch im Spam-Ordner nach.
Schritt 3: Bestellhistorien checken
Ruf bei Amazon, Etsy, PayPal oder deinem App Store die Kaufhistorie auf. Wenn du über einen dieser Marktplätze bestellt hast, findest du die Buchung dort schnell. PayPal zeigt oft den vollständigen Händlernamen an, den deine Bank abkürzt.
Schritt 4: Direkt beim Anbieter anfragen
Wenn du eine Idee hast, welcher Anbieter es sein könnte, schreib dem Kundendienst direkt. Nenne Betrag, Datum und die letzten vier Ziffern deiner Karte. Seriöse Unternehmen antworten innerhalb von ein bis zwei Werktagen.
Wann ist Widerspruch sinnvoll?
Nicht jede unbekannte Abbuchung ist gleich Betrug. Aber wenn du nach diesen Schritten keine plausible Erklärung findest, gibt es zwei Szenarien.
Szenario 1: Vergessene Bestellung oder Abo
Manchmal bucht ein Abo-Dienst, den du vor Monaten abgeschlossen und längst vergessen hast. Prüfe deine aktiven Abonnements – auf dem Handy unter App-Käufe, oder direkt über Google Pay, Apple Pay oder deinen Kreditkartenanbieter. Kündige dort direkt, wenn nötig.
Szenario 2: Tatsächlich unberechtigte Buchung
Wenn du sicher bist, dass du nichts bei diesem Anbieter gekauft hast und auch kein Abo besteht, handele zügig.
- Kontaktiere sofort deine Bank oder deinen Kreditkartenanbieter.
- Beantrage eine Rückbuchung (Chargeback) – bei Kreditkarten und SEPA-Lastschriften hast du dazu das Recht.
- Bei SEPA-Lastschrift: Widerspruch ist innerhalb von 8 Wochen möglich, bei nicht autorisierten Lastschriften sogar bis zu 13 Monate.
- Bei Kreditkarte: Je nach Kartenanbieter gilt eine ähnliche Frist, oft 60 bis 120 Tage.
- Erstattest du Anzeige wegen Betruges, hilft dir die Bestätigung bei der Rückbuchung.
Lass deine Karte sperren, wenn du vermutest, dass deine Kartendaten gestohlen wurden. Das geht bei den meisten Banken direkt über die App oder den telefonischen Kartennotfallservice.
Fazit
Eine Abbuchung mit dem Vermerk „Of London“ klingt zunächst mysteriös, ist aber in der Regel harmlos. Britische Unternehmen nutzen diesen Zusatz als Markenmerkmal, und Zahlungsdienstleister kürzen den Namen ab – was zu Verwirrung führt. Mit einem kurzen Blick in deine E-Mails und Bestellhistorien lässt sich die Buchung fast immer zuordnen.
Kannst du sie trotzdem nicht einordnen, ist schnelles Handeln gefragt: Kontaktiere deine Bank, beantrage eine Rückbuchung und lass im Verdachtsfall deine Karte sperren. Du hast klare Rechte – nutze sie.
Häufige Fragen
Warum steht auf meinem Kontoauszug nur „Of London“ und nicht der vollständige Firmenname?
Zahlungsdienstleister begrenzen die Zeichenanzahl im Buchungstext. Der vollständige Firmenname wird dabei oft abgeschnitten, sodass nur der Namenszusatz „of London“ sichtbar bleibt. Das ist ein technisches Problem, keine Absicht des Unternehmens.
Kann ich eine Of-London-Abbuchung einfach zurückbuchen lassen?
Ja, bei unberechtigten Buchungen hast du das Recht auf Rückbuchung. Bei SEPA-Lastschriften innerhalb von 8 Wochen, bei nicht autorisierten Lastschriften bis zu 13 Monate. Bei Kreditkartenbuchungen gelten die Fristen deines Kartenanbieters, meist 60 bis 120 Tage.
Wie finde ich heraus, welche britische Firma hinter der Abbuchung steckt?
Suche zuerst in deinen E-Mails nach dem Buchungsbetrag und Schlüsselbegriffen wie „London“ oder „order“. Schau dann in deiner Bestellhistorie bei PayPal, Amazon oder deinem App Store nach. PayPal zeigt häufig den vollständigen Händlernamen an.
Was tue ich, wenn die Of-London-Abbuchung tatsächlich betrügerisch ist?
Informiere sofort deine Bank, beantrage die Sperrung deiner Karte und stelle eine Rückbuchung. Zusätzlich kannst du Anzeige bei der Polizei erstatten – online geht das über die Onlinewache deines Bundeslandes. Die Bestätigung der Anzeige erleichtert die Rückbuchung.
Passiert es häufig, dass unbekannte Buchungen aus Großbritannien auftauchen?
Ja, gerade nach dem Brexit haben viele britische Händler ihre Zahlungssysteme umgestellt, was manchmal zu ungewöhnlich abgekürzten Buchungstexten führt. Das betrifft nicht nur „Of London“, sondern viele britische Marken- und Firmennamen.
